ExpressVPN vs. NordVPN: Was ist der Unterschied, was ist besser?

Sowohl ExpressVPN als auch NordVPN sind führende VPN-Anbieter und wir von Comparitech tun uns schwer, zwischen den beiden zu entscheiden. In diesem Review werden wir die Attribute von den beiden Top-Anbietern genau untersuchen, um festzustellen, welcher der beiden sich besser für bestimmte, unterschiedliche Aufgaben eignet.

Dadurch, dass wir uns durch eine exakte Analyse von Attribut zu Attribut gearbeitet haben, sollten wir in der Lage sein, die Unterschiede zwischen den beiden Diensten festzustellen. Hier ist, was wir im Vergleich von NordVPN und ExpressVPN festgestellt haben:

Highlights

ExpressVPN
  • Hohe Geschwindigkeiten
  • Sitz in den Britischen Jungferninseln
  • Apps für Windows, macOS, iOS, Android, Amazon Fire und Linux
NordVPN
  • Sechs Verbindungen gleichzeitig
  • Sitz in Panama
  • Apps für Windows, macOS, iOS und Android

Preisgestaltung und Angebote

  ExpressVPN NordVPN
Abonnement Laufzeiten 1 Monat / 6 Monate / 1 Jahr 1 Monat / 1 Jahr / 2 Jahre
Geld-Zurück-Garantie 30 Tage 30 Tage
Höchster Preis pro Monat $12.95 $11.95
Niedrigster Preis pro Monat $6.67 $3.99
Ein jahr preis $99.95 $83.88

Beide Unternehmen bieten eine 30-tägige Geld-zurück-Garantie. Wir haben beide getestet und können belegen, dass beide ihre Versprechen halten, ohne den Kunden dazu zu zwingen, einen Grund anzugeben oder beweisen zu müssen, dass der Dienst für den Einzelnen nicht funktioniert.

Das beste Angebot für ExpressVPN: Hier mit dem Jahresplan drei Monate kostenlos erhalten.
Das beste Angebot für NordVPN: Jetzt hier 66 % auf den Zwei-Jahresplan sparen (66 % Rabatt).

Features und Funktionen

  ExpressVPN NordVPN
Gleichzeitige Verbindungen 3 6
Betriebssystem / Apps Windows, macOS, iOS, Android, Linux, Tomato Router, Amazon Fire Windows, macOS, iOS, Android
Manuelle Installationsgeräte Set-Top-Boxen Linux, Router und Set-Top-Boxen
Split Tunneling Ja Nein
Kostenlose Extras Browser-Erweiterung für Chrome, Firefox und Safari Browser-Erweiterung für Chrome und Firefox, Malware-Blocker

ExpressVPN ist fast einzigartig, da es ein sich selbst installierendes Utility für Linux bietet. Hierbei handelt es sich um ein Befehlszeilen-Utility, allerdings ist es um einiges einfacher zu nutzen als die händische Methode, die man von den anderen großen VPN-Anbietern kennt.

ExpressVPN geht ebenso als Sieger hervor, was die Router betrifft, da der Anbieter über eine sich selbst installierende App verfügt, um das OpenVPN-System auf diese Geräte zu bekommen. NordVPN verfügt über eine umfangreiche Bibliothek an Anleitungen und Anweisungen, die genau erklären, wie man die VPN auf 29 unterschiedlichen Router-Typen installieren kann.

Das Zulassen von gleichzeitigen Verbindungen von NordVPN ist ein doppelt so gutes Angebot, als das, das man bei ExpressVPN erhält. In beiden Fällen zählt es als nur eine einzelne Verbindung, wenn man die VPN auf einem Router installiert.

NordVPN verfügt über einen Werbe-Tracking-Blocker und ein Malwareschutz-System namens CyberSec. Dieses kann über die App aktiviert werden.

Das Zulassen von gleichzeitigen Verbindungen von NordVPN ist ein doppelt so gutes Angebot, als das, das man bei ExpressVPN erhält. In beiden Fällen zählt es als nur eine einzelne Verbindung, wenn man die VPN auf einem Router installiert. Somit stehen einem mit NordVPN fünf weitere Verbindungs-Möglichkeiten zur Verfügung.

Freigabe-Fähigkeiten

ExpressVPN verfügt über viel höhere Erfolgsraten, was das Erhalten des Zugriffs auf kostenlose Video-Streaming-Dienste betrifft, die durch irdische Fernsehsender verfügbar gemacht wurden. Die einzige Kanal-Webseite, mit der ExpressVPN ein Problem hatte, was ABC. Sowohl ExpressVPN als auch NordVPN sind Industrieführer, was das Umgehen von regionalen Einschränkungen auf Video-Streaming-Seiten betrifft. Die Fähigkeiten von ExpressVPN sind jedenfalls ein kleines bisschen besser als die von NordVPN.

Wenn man über eine Kodi-Box verfügt, so kann man beide der VPNs nutzen, um die regionalen Einschränkungen von Fernsehsendern und TV-Diensten zu umgehen. Weder ExpressVPN noch NordVPN verfügen über eine App, die auf einer Kodi-Box installiert werden kann. Auf jeden Fall bedeutet die Reichweite an Möglichkeiten der VPN-Protokolle, die beide zur Verfügung stellen (mehr dazu gleich), dass es eine Menge an Möglichkeiten gibt, für den Fall, dass die eigene Kodi-Box OpenVPN nicht unterstützen sollte. Wenn man Kodi auf seinem Rechner nutzt, so sollte man die App-Version des jeweiligen VPN-Dienstes aktivieren, um die Freigabe von geografisch eingeschränkten Inhalten zu erreichen – die Browser-Versionen der beiden Dienste werden die Kodi-App nicht abdecken.

China

Sowohl ExpressVPN als auch NordVPN funktionieren in China sehr gut. Die Hauptseite von ExpressVPN ist im Moment von der chinesischen Regierung blockiert worden, doch das Unternehmen bietet eine alternative Webadresse für Nutzer aus China an.

ExpressVPN ist sich der Herausforderungen, seinen Dienst in China am Laufen und verfügbar zu halten, bewusst. Auch, wenn der Dienst in der Volksrepublik funktioniert, gibt es immer wieder Ausfälle des Dienstes. Auf jeden Fall hält ExpressVPN den Rekord als beste VPN-Lösung für China, doch auch NordVPN verfügt über eine respektable Leistung in diesem Markt.

Setup und Interface

Die App von ExpressVPN ist klein und behält Smartphone- und mobil-freundliche Proportionen bei, auch, wenn sie auf einem PC oder Mac genutzt werden kann.

Der Hauptbildschirm von NordVPN zeigt eine Weltkarte mit einer Markierung in jedem Land, in dem das Unternehmen Server betreibt. Diese Karte ist auch in der Version für Mobilgeräte verfügbar und verliert kein bisschen seiner Anziehungskraft auf den schmäleren Bildschirmen.

Das Layout von NordVPN ist noch viel ansprechender und attraktiver, wenn auch nicht so platz-effizient als das Design von ExpressVPN.

Mit ExpressVPN kann man einen Server-Ort über eine Drop-Down-Liste wählen und sich für bestimmte Orte entscheiden, nicht nur das Land. Es ist auch möglich, sich für eine Listenansicht entscheiden, wenn man NordVPN nutzt. Die Serverauswahl-Liste von NordVPN bietet mehr Details und Informationen, als nur die Karte – es gibt andere Verbindungsoptionen, wie zum Beispiel DDoS-Schutz, eine Verbindung durch die VPN zu einem Tor-Netzwerk und eine Auswahlmöglichkeit, sich für einen Doppel-Hop zu entscheiden.

Beide VPN-Apps verfügen über zusätzliche Funktionen und Features der Sicherheit und Betriebseinstellungen.

In beiden Fällen stehen diese Einstellungen auf einer separaten Seite zur Verfügung. Dies ist eine gute Design-Idee, die den Hauptbildschirm jeder App ordentlich und aufgeräumt erscheinen lässt.

Alles in allem erscheint NordVPN viel freundlicher und einfacher zu nutzen, sowohl das Aussehen als auch das Gefühl betreffend, während die App von ExpressVPN über einen professionellen Look verfügt und effizienter ist.

Was die Installation betrifft, ist ExpressVPN ein kleines bisschen besser als NordVPN, da auch Setup-Assistenten für Linux und Router, sowie auch für Windows, macOS, iOS und Android-Geräte inkludiert sind. Ein etwas störendes Sicherheitsfeature des Setup-Prozesses von ExpressVPN ist, dass man sich einen Aktivierungscode besorgen muss, indem man sich in den eigenen Nutzeraccount auf der Website einloggen muss, bevor die App ordnungsgemäß funktioniert.

Beide Unternehmen haben Assoziierungsvereinbarungen mit Anbietern von WLAN-Routern, was es ermöglicht, einen Router über die VPN-Webseite zu kaufen. Man kann ein Kombo-Paket kaufen, wobei jedes Unternehmen den Kunden automatisch für den VPN-Dienst anmeldet, wenn man den Router kauft. Auf jeden Fall ist der Dienst von NordVPN ein kleines bisschen besser, was dies betrifft, da hier die Installation der VPN am Router direkt vom Unternehmen übernommen wird.

Server und Leistung

  ExpressVPN NordVPN
Anzahl der Länder 94 62
Anzahl der Server 2000 + 5102

Obwohl ExpressVPN über Server in mehreren Ländern als NordVPN verfügt, so hat NordVPN doch eine höhere Gesamtanzahl an verfügbaren Servern.

Der Prozess der Serverauswahl unter ExpressVPN erlaubt es, präzise einen Ort innerhalb eines Landes auszuwählen, während die Serverliste von NordVPN den Unternehmensnamen sowie eine Nummer an die einzelnen Server vergibt. Die Möglichkeit, einen bestimmten Ort bzw. eine bestimmte Stadt auszuwählen, kann wichtig sein, um auf bestimmte Sport-Streaming-Dienste zugreifen zu können. Zum Beispiel erlaubt die Major League Baseball es nicht, ein Spiel anzusehen, wenn nicht eines der spielenden Teams aus der Umgebung des aktuellen Aufenthaltsortes kommt, somit können diese Sperren mit der Möglichkeit, einen Server in einer anderen Stadt auswählen zu können, einfach umgangen werden.

NordVPN verfügt über ein Server-Feature, welches ExpressVPN nicht anbietet, was VPN-Chaining ist. Eine Vielzahl an Servereinstellungen in der Anwendung von NordVPN wird den Datenverkehr über zwei Server leiten, wobei die Pakete zwei Mal verschlüsselt werden. Dies ist ein interessantes Sicherheits-Feature, doch es kann die Verbindung sehr sehr langsam machen. Eine weitere Sicherheits-Routing-Option, die von NordVPN angeboten wird, ist die Verbindung über einen der Server zu einem Tor-Netzwerk.

Es gibt einen klaren Sieger in der Kategorie der Performance und Leistung und dies ist ExpressVPN.

Die aktuellsten Tests decken sich auch mit meinen eigenen Beobachtungen, da ich beide Dienste seit Mitte 2015 auch persönlich nutze. ExpressVPN war schon immer ein etwas kostspieligerer VPN-Dienst, der sich selbst mit Speed und Performance rühmt. Währenddessen hat NordVPN seine Geschwindigkeiten vor Kurzem verbessert und ExpressVPN übertrifft leistungsmäßig an nahezu jedem Ort.

Als ich die Tests durchführte, war meine grundlegende Verbindungsgeschwindigkeit bei rund 100 Mb/s (ich befand mich in Deutschland).

Speedtests mit ExpressVPN

Hier ist ein Server in der Nähe, er befindet sich in Italien und bietet eine Downloadgeschwindigkeit von 94 Mb/s. Wie man sehen kann, hat ExpressVPN meine grundlegende Geschwindigkeit fast vollständig ausgenutzt.

ExpressVPN

Hier ist ein weiterer Test mit einem Server in der Schweiz – auch hier wieder ähnliche Ergebnisse.

Download-Geschwindigkeit: 92 Mb/s

ExpressVPN

Wie man im neu aktualisierten ExpressVPN Test feststellen kann, waren alle meine Speedtests mit Servern in der Nähe und innerhalb von Europa auf Geschwindigkeiten zwischen 90 und 95 Mb/s verfügbar – hier wurde meine grundlegende Internetgeschwindigkeit wirklich ausgenutzt.

Ich habe ExpressVPN auch mit Servern in Nordamerika getestet. Die Ergebnisse waren ausgezeichnet, besonders, wenn man die Distanz zwischen mir und den Orten der Server bedenkt.

Hier ist ein Test mit einem Server in Washington D. C., wo ich es geschafft habe, über 78 Mb/s zu erzielen.

ExpressVPN

Während ich andere Server in den USA und in Kanada testete, waren konsistente Geschwindigkeiten zwischen 70 und 80 Mb/s möglich.

Um all diese Tests kurz und prägnant zusammenzufassen, ist ExpressVPN wirklich dauerhaft schnell auf allen Servern, die ich getestet habe.

Sprechen wir jetzt einmal über NordVPN.

Speedtests mit NordVPN

Während NordVPN seine Performance kürzlich verbessert hat, indem weitere Server hinzugefügt wurden, sind manche Server immer noch etwas langsam. Für manche Leute kann dies bedeuten, dass einige Sprünge zwischen unterschiedlichen Servern notwendig sein könnten, bis man den einen gefunden hat, der über die Geschwindigkeit verfügt, die man gerne hätte.

Manche der Server von NordVPN sind schnell, doch andere sind eher langsam. In anderen Worten ist die Verbindung mit NordVPN nicht dauerhaft schnell, wie es mit ExpressVPN der Fall ist.

Hier ist einer der besseren Speedtests, die ich mit NordVPN durchgeführt habe, während ich mit einem Server in der Nähe, genauer gesagt in Dänemark, verbunden war, mit 94 Mb/s:

NordVPN

Server in Nordamerika waren während meiner Tests eher langsam.

Nachdem ich einige Tests mit Servern in den Vereinigten Staaten von Amerika und Kanada durchgeführt hatte, stellte ich fest, dass die Geschwindigkeiten hier stark variieren.

In manchen Tests erhielt ich bis zu 60 Mb/s Downloadgeschwindigkeit, in anderen wiederum gab es plötzliche Einbrüche auf unter 4 Mb/s:

NordVPN

Server in Kanada waren während meiner Tests nur ein Spiel auf gut Glück mit wechselndem Erfolg.

Hier testete ich einen Server von NordVPN in Kanada und erhielt rund 14 Mb/s – kein wirklich gutes Ergebnis:

NordVPN

Man sollte bedenken, dass es viele unterschiedliche Variablen in der Gleichung gibt, die die Geschwindigkeit beeinflussen. Während ExpressVPN konsistent schnell ist, scheint NordVPN eine gute Performance in manchen Fällen zu bieten und mittlere Leistungen in anderen liefert – es hängt wirklich davon ab.

Auf jeden Fall bleibt ExpressVPN mit den aktuellsten Testergebnissen der klare Gewinner in der Performance-Kategorie.

Sieger nach Geschwindigkeit – ExpressVPN

Sicherheit

Sowohl ExpressVPN als auch NordVPN bieten eine große Reichweite an VPN-Protokollen. Das beste unter ihnen hört auf den Namen OpenVPN und dies ist das System, das man nutzen sollte, wenn man wirklich Sicherheit der höchsten Ebene haben möchte. Der Prozess des Verschlüsselns kann mit OpenVPN etwas länger dauern als mit leichteren Protokollen. Wenn man ein bisschen mehr Geschwindigkeit herausquetschen möchte, wie beispielsweise für Situationen wie Online Gaming, so gibt es bei beiden Anbietern die Option, L2TP auszuwählen oder unter NordVPN IKEv2 auszuprobieren.

PPTP wird ebenso von beiden Providern angeboten, doch dies ist ein eher alter Standard, der mittlerweile nicht mehr als sicher angesehen wird. ExpressVPN bietet SSTP, was die sicherere Ablöse von PPTP ist.

Alles in allem ist die Auswahl der VPN-Protokolle bei beiden Anbietern ausgezeichnet. Auf jeden Fall hat ExpressVPN in dieser Kategorie die Nase leicht vorn und schneidet somit besser ab, als NordVPN. Dies liegt daran, dass es keine Option gibt, um die Protokolle innerhalb der NordVPN-App zu wechseln. Wenn man ein anderes System als OpenVPN oder IKEv2 nutzen möchte, so muss man dies manuell aufsetzen. ExpressVPN liefert all die Protokolle mit der App mit, sodass sie direkt unterstützt werden und sofort verwendbar sind.

Der Verschlüsselungsstandard, der von ExpressVPN angeboten wird, ist etwas besser als der von NordVPN. Beide Unternehmen nutzen eine AES-Verschlüsselung mit einem 256 Bit-Key. Dies bedeutet eine hieb- und stichfeste Sicherheit, da diese Chiffre nicht zu knacken ist.

ExpressVPN hat einen Vorteil in der angebotenen Sicherheit für den Kontrollkanal. Diese Chiffre wird für den Sitzungsaufbau genutzt und um das Verteilen der AES-Keys zu schützen. Beide Unternehmen nutzen RSA-Verschlüsselung auf diesem Kanal, doch ExpressVPN nutzt einen längeren Key – 4.096 Bit gegen den 2.048 Bit-Key, der von NordVPN genutzt wird. Dieses Sicherheitslevel ist teilweise wichtig, wenn man sich in China befindet. Es wird geglaubt, dass die chinesischen Behörden und die Regierung jetzt RSA mit einem 1.024 Bit-Key knacken können und auch an der Lösung der 2.048 Bit-Key-Version arbeiten. Sollten sie dies schaffen, so wird NordVPN in China komplett unsicher sein, doch wird noch einige Zeit vergehen, bis dies passiert. ExpressVPN hat seine Kontrollkanal-Verschlüsselung übermäßig betont, um die totale Sicherheit garantieren zu können.

Beide Unternehmen vermischen die verschlüsselten Inhalte der Pakete, um jegliche wiederholte Datengenerierungs-Muster in der verschlüsselten Übertragung zu verhindern.

Anrufe über DNS sind unverschlüsselt, wenn eine VPN also die Nutzung des voreingestellten DNS-Dienstes, festgelegt vom Internet Service Provider (ISP), erlaubt, so könnten sämtliche besuchte Webseiten vom ISP, von Hackern oder von Regierungsspionen geloggt werden, die gerade die Leitung kreuzen. Glücklicherweise zwingen sowohl ExpressVPN, als auch NordVPN alle DNS-Referenzen dazu, ihre verschlüsselten Tunnel zu durchreisen, wodurch Außenseiter und Unbefugte davon abgehalten werden, die Aktivitäten im Netz sehen zu können.

Beide Provider haben dieselben Sicherheitsoptionen in ihren Apps, die dabei helfen, die eigene, echte IP-Adresse vor eventuellen Entblößungen zu schützen. Man kann beide Apps anweisen, direkt zu starten, wenn auch das Betriebssystem startet, was bedeutet, dass man sie dazu bringen kann, ständig auf dem eigenen Rechner zu laufen. Beide Apps verfügen über eine Not-Aus-Option. Diese Funktion (= „Kill Switch“) hält jede beliebige App auf dem Rechner davon ab, eine Verbindung mit dem Internet herzustellen, ohne dass die VPN überhaupt aktiv ist. In beiden Fällen wäre man nicht in der Lage, Daten über einen WLAN-Hotspot zu versenden, ohne, dass zuvor die VPN-Verbindung hergestellt wurde.

NordVPN verfügt über einen Gesamt-Not-Aus, doch es ist auch möglich, einen Auswahl-Kill Switch auf Per-App-Basis einzustellen. ExpressVPN hat keinen Per-App-Kill Switch, doch der Anbieter verfügt über Split Tunneling. Dies erlaubt es, bestimmte Apps auszuwählen, denen es erlaubt wird, die VPN zu umgehen und alle anderen Apps zeitgleich zu schützen.

Privatsphäre und Datenschutz

Keines der beiden Unternehmen hat seinen Sitz in einem Land der „Five Eyes“, daher verfügt auch keines der beiden über Druck von irgendeiner Sicherheitsagentur, um die Details der Aktivitäten ihrer Nutzer freizugeben oder mit den Gerichten der Vereinigten Staaten von Amerika oder dem Vereinigten Königreich von England kooperieren zu müssen, um einen bestimmten Kunden überwachen zu können.

ExpressVPN hat seinen Sitz auf den Britischen Jungferninseln, die über keine Daten-Rückhaltungs-Gesetze verfügen. Der Sitz von NordVPN in Panama ist vielleicht nicht ganz so sicher, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Das Land hat einige drakonische Urheberrechts-Gesetze und wurde bereits zu einer großen Anzahl an Fällen dazu gezwungen, mit den Behörden der USA zu kooperieren. Auf jeden Fall hat NordVPN keine Server in seinem Heimatland, was es ermöglicht, den Druck der Regierung, um Informationen darzulegen, umgehen bzw. meiden zu können.

NordVPN verfügt über die bessere Datenschutzrichtlinie als ExpressVPN, da überhaupt keine Aufzeichnungen stattfinden.

Alle VPNs sagen, dass sie nichts aufzeichnen. Wenn man allerdings etwas tiefer gräbt, stellt man fest, dass das, was sie meinen ist, dass sie keine Logs über Aktivitäten führen. Ein Aktivitätslog würde jede Aktion, die vom Nutzer durchgeführt wird, aufzeichnen, darunter auch die besuchten Webseiten, Daten-Downloads und Download-Protokolle sowie deren Quellen. Unglücklicherweise können Staatsanwälte und Strafverfolgungs-Agenturen den Nutzer bis zu seiner Haustüre verfolgen, indem die Verbindung von seinem Ziel zurück zu seiner Herkunft verfolgt wird. Eine VPN bricht die Kette dieser Zurückverfolgung, doch Verbindungs-Aufzeichnungen könnten dazu genutzt werden, einen Nutzer über die VPN zu verfolgen.

NordVPN behält absolut keine Aufzeichnungen über Verbindungen, während ExpressVPN dies sehr wohl tut. Diese Aufzeichnungen beinhalten die Account-ID, das Datum, den Server, mit dem man sich verbunden hatte und die Menge der transferierten Daten. Die Tatsache, dass das Unternehmen die IP-Adresse nicht in diese Aufzeichnungen einfügt, sollte es unmöglich machen, verfolgt zu werden. Auf jeden Fall bedeutet die Anwesenheit der Account-ID in den Aufzeichnungen, dass ein Staatsanwalt nur einen Gerichtsbeschluss vorweisen für Account-Aufzeichnungen vorweisen muss, um die Spur zu den Aktivitäten zu vervollständigen.

Das bringt die Frage auf, ob es nicht möglich ist, einen Account anonym und unerkannt zu eröffnen. Wenn es notwendig ist, seine Kreditkartendaten anzugeben, um einen Account zu eröffnen, so kann man bereits dadurch verfolgt werden. Die eigene Identität kann außerdem über den eigenen E-Mail-Account festgestellt werden.

Sowohl ExpressVPN als auch NordVPN erlauben es ihren Nutzern, mit Kryptowährungen zu bezahlen, was bedeutet, dass man nicht über seine Bank verfolgt werden kann. Mit ExpressVPN kann man außerdem auswählen, über eine Mint card zu bezahlen. Hierbei handelt es sich um eine Prepaid-Karte, die man mit Bargeld in Partner-Läden aufladen kann und bei denen man sich selbst nicht ausweisen muss. Beide Dienste verlangen eine E-Mail-Adresse. Auf jeden Fall kann man ganz einfach einen Webmail-Dienst öffnen und gefälschte Daten angeben, wenn man den Account aufsetzt. Somit ist es mit beiden Anbietern möglich, einen anonymen Account unerkannt zu erstellen und jegliche Personen davon abhalten, die Aktivitäten mit der tatsächlichen Identität in Verbindung bringen zu können.

Die Level an Privatsphäre und Datenschutz, die ExpressVPN und NordVPN anbieten, sind ausgezeichnet. Das ist einer der Gründe, warum beide Dienste eine gute Wahl für all jene sind, die Unterhaltung über Torrents herunterladen möchten. Da Urheberrechtsverletzungen eine illegale Aktivität darstellen, benötigt man einen starken Identitätsschutz, während man solche Downloads ausführt. Beide Anbieter, sowohl ExpressVPN als auch NordVPN sind offen im Umgang mit Torrentern und unterstützen dies auch, daher muss man sich keine Sorgen über die eigenen Aktivitäten machen, wenn man den Kundenservice benachrichtigt, weil man Fragen über die Optimierung des Setups für Torrents hat.

Konfiguration

VPNs können unterschiedliche Methoden nutzen, um die IP-Adresse zu verschleiern. ExpressVPN und auch NordVPN nutzen die Shared Address-Methode (= „geteilte Adresse“). In diesem Szenario wird jeglicher Datenverkehr, der durch die VPN geleitet wird, mit der IP-Adresse des VPN-Servers gekennzeichnet. Alle anderen Nutzer, die zur selben Zeit mit demselben Server verbunden sind, werden ebenso über die IP-Adresse des VPN-Servers maskiert. Jeglicher Datenverkehr, der den Server verlässt, verfügt über ein und dieselbe Adresse. Jeder, der nun versucht, Aktivitäten von einer Ziel-Webseite zurück zum Ursprung zu verfolgen, wird am VPN-Server ankommen und keine Möglichkeit finden, festzustellen, welcher der VPN-Kunden die ursprüngliche Anfrage gestellt hat.

Shared IP-Systeme werden von einem System gemanagt, welches als „Port Address Mapping“ (PAT) bezeichnet wird. Es kann sein, dass man über den Schutz, den manche VPNs mit einer NAT-Firewall bieten, etwas gelesen hat. Genau das ist PAT. Das Adress-Übersetzungs-System macht es unmöglich, die IP-Adresse hinter dem Gateway identifizieren zu können und dies baut automatisch eine Firewall auf. Folglich verfügen sowohl ExpressVPN als auch NordVPN über einen NAT-Firewall-Schutz.

Unter gewissen Umständen kann es vorkommen, dass man seine eigene private IP-Adresse benötigt. Dies ist teilweise wichtig, wenn man eingehende Verbindungen akzeptieren möchte. In diesem Fall wird die NAT-Firewall nicht auf die Verbindung angewandt. Man würde dann eine private oder „statische“ IP-Adresse benötigen, wenn man seinen eigenen Server aufsetzen möchte. Dies könnte zum Beispiel für die eigene Webseite, einen Gaming-Server oder zum Erstellen des eigenen Cloud-Speicher-Systems sein.

Man kann eine statische IP-Adresse nicht von ExpressVPN bekommen. Allerdings bietet NordVPN den Dienst gegen eine zusätzliche Gebühr. Man kann wählen, ob man eine IP-Adresse im Vereinigten Königreich von England, in den Vereinigten Staaten von Amerika, in den Niederlanden oder in Deutschland haben möchte. Es ist egal, wo man lebt oder wo man sich im Moment aufhält. Wann auch immer man sich in die VPN einwählt bzw. einloggt wird in dem Land erscheinen, in dem man die IP-Adresse hat.

Alle VPNs bieten einen bestimmten Grad an DDos-Schutz, da jeder, der darauf hofft, einen DDos-Angriff zu starten, zu aller erst die IP-Adresse des Opfers benötigt. Wenn man sein Internet über eine VPN nutzt, so kann und wird niemals jemand die tatsächliche IP-Adresse zu Gesicht bekommen, sondern nur die IP-Adresse des VPN-Servers sehen, mit dem man verbunden ist. Aus diesem Grund wird jeder, der denkt, einen Angriff gegen den Nutzer zu starten, in Wirklichkeit eigentlich den VPN-Server angreifen. VPN-Server haben eine viel größere Kapazität als der eigene Rechner und daher können sie auch die meisten Angriffe absorbieren. NordVPN kann einen zusätzlichen DDos-Schutz bieten, wenn man ein Ziel von häufigen und immer wiederkehrenden Angriffen ist. ExpressVPN bietet diesen Service nicht an.

Kundenservice

Sowohl ExpressVPN und NordVPN sind Industrieführer, was den Kundenservice betrifft. Sie beide verfügen über eine Möglichkeit des Live Chats über ihre jeweiligen Webseiten und beide Kundencenter sind mit ausgezeichneten Experten voller Wissen ausgestattet. Bei regulären besuchen in beiden Chat-Systemen habe ich festgestellt, dass ExpressVPN die Verbindung schneller herstellen kann. Auf jeden Fall werden die Mitarbeiter von ExpressVPN häufig versuchen, den Hilfesuchenden dazu zu bringen, die jeweilige Frage per E-Mail zu stellen, doch sie antworten auch im Live Chat, wenn man sie etwas drängt.

Das Team von NordVPN bietet sowohl die schnellsten als auch die langsamsten Antworten auf E-Mails, allerdings geben sie immer direkte Antworten. Zwei der drei Anfragen, die ich dem ExpressVPN-Team über ihr Contact Us-Formular gesendet habe, erhielten ablenkende Antworten, ohne jeglicher Information, nach der ich eigentlich gefragt hatte. Es hat einige E-Mails benötigt, um aus ihnen eine Antwort herauszubekommen. Hier sind die Ergebnisse aus dem Stellen von drei Fragen an jedes Team.

ExpressVPN:

Frage Anfängliche Reaktionszeit Anzahl der E-Mails Frage beantwortet
Welche Methode nutzt ExpressVPN für die Authentifizierung von Nachrichten? Ist es SHA1? 50 Minuten 3 Ja
Könnt ihr mich in die Netflix-Bibliothek von Italien hineinbringen? 53 Minuten 2 Ja
Wird am Ende meiner Abonnement-Periode eine automatische Verlängerung vorgenommen? 44 Minuten 1 Ja

NordVPN:

Frage Anfängliche Reaktionszeit Anzahl der E-Mails Frage beantwortet
Welche Methode nutzt ExpressVPN für die Authentifizierung von Nachrichten? Ist es SHA1? 5 Minuten 1 Ja
Könnt ihr mich in die Netflix-Bibliothek von Italien hineinbringen? 1 Stunde 20 Minuten 2 Ja
Wird am Ende meiner Abonnement-Periode eine automatische Verlängerung vorgenommen? 9 Stunden 50 Minuten 1 Ja

Beide Dienste beinhalten ein Web-Formular, welches es Kunden ermöglicht, Support-Anfragen zu stellen. Diese Fragen vom selben Team als E-Mail-Fragen aufgefangen, somit sind die Reaktionszeiten nahezu dieselben.

Zu ihrer Verteidigung: Beide VPN-Dienste sendeten Antworten auf alle meine Fragen – manche VPNs machen dies nicht. Auch, wenn die Reaktionszeiten bei manchen Problemen ziemlich lange erscheinen, sind es tatsächlich die schnellsten Antworten in dieser Industrie.

Schlussfolgerung

Beide VPN-Dienste werden höchstens empfohlen. Die größere Anzahl der Server, die mit ExpressVPN verfügbar ist, könnte bedeuten, dass man sich für diesen Dienst anstatt von NordVPN entscheiden sollte, wenn die Länder, die man benötigt oder zur Verfügung haben möchte, nicht in der Serverliste von NordVPN auftauchen.

NordVPN ist aber der Dienst nach Wahl, wenn man eine zugewiesene, statische IP-Adresse und zusätzlichen DDoS-Schutz haben möchte, weil ExpressVPN keinen der beiden Services anbietet.

Was die Sicherheit betrifft, hat ExpressVPN die Nase ein klein wenig vorne, da der Dienst über die stärkere Verschlüsselung des Kontrollkanals verfügt. Was den Datenschutz und die Privatsphäre betrifft, so ist doch NordVPN etwas besser, da das Unternehmen über eine Zero-Logs-Richtlinie verfügt.

Sowohl ExpressVPN als auch NordVPN funktionieren in China und bieten einen guten Schutz unter anderen repressiven Regimen, wie dem Iran oder Saudi Arabien. Tests zeigen, dass die Geschwindigkeit und die Verfügbarkeit unter diesen verschärften Bedingungen beiderlei mit ExpressVPN leicht besser abschneiden.

Wenn man eine VPN hauptsächlich für das Video-Streaming nutzen möchte, so ist wohl ExpressVPN die richtige Wahl. Auch, wenn NordVPN den Nutzer in Netflix einschleusen kann, was den Dienst zu einem der führenden VPN-Dienste weltweit macht, so schneidet NordVPN mit regulären Video-Streaming-Diensten bei Weitem nicht so gut ab wie ExpressVPN.

Die 30-tägige Geld-zurück-Garantie, die von beiden Unternehmen angeboten wird, gibt dem Kunden eine Möglichkeit, ExpressVPN und auch NordVPN unverbindlich auszuprobieren und so festzustellen, welcher der beiden Dienste besser passt. Wofür man sich letztendlich entscheidet, man wird mit beiden Diensten auf der sicheren Seite sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.