Wie viel RAM braucht ein Android Smartphone wirklich?

Vor kurzem machte ein Oppo Phone mit erstaunlichen 10 GB in den meisten Technologie-Publikationen die Runde. Natürlich handelt es sich dabei um übermäßig viel RAM. Es wirft allerdings auch die Frage auf, wie viel Arbeitsspeicher in einem Android Smartphone wirklich sinnvoll ist.

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Wie Arbeitsspeicher in Android funktioniert

Zunächst müssen wir einen näheren Blick darauf werden, wie Arbeitsspeicher in Android funktioniert. Kennen Sie sich mit Windows-Computern aus, dann wissen Sie, dass mehr Arbeitsspeicher für gewöhnlich besser und freier Arbeitsspeicher für ein System mit guter Performance eine absolute Notwendig ist.

Bei Android ist das allerdings etwas anders. Android basiert auf dem Linux Kernel, der mit vollkommen anderen Regeln als ein Windows-Computer arbeitet. Und gerade, wenn es um Arbeitsspeicher geht, trifft hier ein Statement zu: Freier Arbeitsspeicher ist verschwendeter Arbeitsspeicher.

Auf Android besteht nicht die Notwendigkeit, Arbeitsspeicher zum Laden von anderen Apps freizuhalten. Dieser Prozess funktioniert vollkommen automatisch und nahtlos. Arbeitsspeicher ist daher bei den meisten auf Linux basierenden Maschinen nichts, worüber man sich Gedanken machen kann.

Zu wenig Arbeitsspeicher ist dagegen natürlich immer ein Problem. Sollte das System nicht genug Arbeitsspeicher zum Arbeiten zur Verfügung haben, kann es vermehrt zu Problemen kommen, sodass sich z.B. im Hintergrund laufende Apps zu früh schließen (oder einfach, wenn man es am wenigsten erwartet).

Dasselbe konnte auf Android Geräten mit der Veröffentlichung von Lollipop (5.x), das sich durch ein sehr viel aggressiveres Speichermanagement als die vorherigen OS Versionen auszeichnete, beobachtet werden. Da die meisten Smartphone damals noch auf 2GB beschränkt waren, konnte dieser Umstand schnell zum Problem werden. Wollte man das Smartphone beispielsweise im Auto mit Maps im Vordergrund und Music im Hintergrund nutzen, wurde letzteres häufig vom Betriebssystem geschlossen und damit das Abspielen der Playliste abgebrochen. Wurde dagegen Music im Vordergrund und Maps im Hintergrund geöffnet, wurde Maps geschlossen, was damals unheimlich frustrierend sein konnte.

Die Lösung für die Zukunft bestand also aus mehr Arbeitsspeicher.

“Zu viel” Arbeitsspeicher ist absolut nichts Schlechtes, aber einfach unnötig.

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In einer Zeit, in der zahlreiche Laptops noch immer mit 8GB (oder in einigen Fällen sogar 4GB!) ausgestattet sind, muss man sich einfach die Frage stellen, wieso ein Smartphone 10GB brauchen sollte. Die Antwort ist ziemlich schnell gefunden: Es braucht sie nicht.

Obwohl so viel Arbeitsspeicher einfach überflüssig und schon ein bisschen albern ist, ist es wohl etwas, wo es einfach darum geht, der erste zu sein – was bedeutet, dass es nicht wirklich schaden kann. Werden Sie jemals so viel Arbeitsspeicher nutzen? Nein. Zumindest nicht im Moment.

Trotzdem benötigen einige Handys natürlich mehr RAM als andere. Siehe Pixel Phone vs. Galaxy Phone. Samsung tendiert dazu, viele Extras (also vieles, was im Grunde unnötig ist) anzubieten, die ganz einfach mehr Arbeitsspeicher erfordern, um flüssig zu laufen. Pixel Phones nutzen das Standard-Android, das wesentlich weniger Leistung benötigt. Es gibt sogar eine spezielle Version von Android, die entwickelt wurde, um effizient mit nur einem einzigen GB RAM betrieben zu werden.

Wie Sie sehen, gibt es also schon einen Grund, durch den mehr Arbeitsspeicher in einem Android Smartphone erforderlich sein kann – wahrscheinlich nicht unbedingt zehn GB, aber eben einfach etwas mehr. Der momentane Standard ist 4GB. Allerdings befinden wir uns gerade in einer Übergangsphase, in der sich nach und nach 6GB etablieren. Hersteller wie Samsung und OnePlus integrieren bereits 6GB (oder sogar 8GB) in ihre Flaggschiffe – eine Zahl, die in den kommenden Jahren wahrscheinlich noch weiter ansteigen wird.

Was wir im Grunde sagen wollen, ist eines: So etwas wie „zu viel RAM“ gibt es nicht und es ist davon auszugehen, dass die Hersteller diese Zahl auch in Zukunft weiter anheben werden. Und da mehr besser als weniger ist, können wir uns das auch gut gefallen lassen.

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